Mafia in Mecklenburg Teil 1 - Der Mord des Herrn Russo
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Mit diesem Artikel soll eine Serie über die mafiaähnliche Kriminalität in Mecklenburg-Vorpommern starten. Dabei liegt die Eignung der Taten und Personen beim Autor. Wer Informationen zu mafiösen Strukturen hat kann mich kontaktieren. Beginnen wird die Serie mit dem Einfluss der italienischen Mafia in MV.
Die Wende war eine Zeit des Umbruchs. Im positiven Sinne wie auch im negativen. Die neue Freiheit nutzten nicht nur die nun freien Bürger. Auch vielen Kriminellen bot es neue Möglichkeiten , Möglichkeiten des Wachstums. Die Treuhand hatte den Auftrag, das ehemalige Eigentum der DDR zu privatisieren. „Für'n Appel und 'nen Ei“, so hört man oft, wurden Betriebe, Kultureinrichtungen, Wohngebäude, Erholungszentren verscherbelt. Und das nicht zu unrecht, obwohl die Treuhand eigentlich nur zu verkaufen hatte, machte sie einen Verlust von 200Mrd. DM.
Die Geschäfte der Treuhand waren zum Teil im Graubereich des Gesetzes, und auch darüber hinweg. Man kann sicherlich behaupten, dass die Treuhand der Bevölkerung des ehem. DDR einen Bärendienst erwiesen hat und kriminelle Aktivitäten stark gefördert hat.
Man brauch nicht viel Phantasie um sich vorzustellen, dass sich auch die italienische Mafia für Objekte interessiert(e), um Geld zu waschen. Die Mafias in Italien sind mit Abstand die umsatzstärkste Unternehmung in Italien. Sie macht mit Drogenhandel, Entführungen, Erpressung, Verklappung von Müll, Schutzgelderpressungen und weiteren Delikten Milliarden an Euro jedes Jahr. Und das macht sie still und heimlich. Nach den vielen Morden in den 90ern ist die neue Strategie des Mafia, die Geschäfte möglichst abzuwickeln, ohne in den Zeitungen zu stehen.
Kommen wir jetzt zur italienische Mafia in Mecklenburg. Nach den Morden in Duisburg 2007 ist der Bevölkerung auch wieder Bewusst geworden, dass die Mafia auch hier operiert. Dabei sieht die Mafia Deutschland als Rückszugsgebiet. Hier werden Leute versteckt, Gelder gewaschen, Leute rekrutiert usw. Anfang der 90er versuchte auch die Mafia Sacra Corona Unita, aus Apulien stammend, in Deutschland Fuß zu fassen, und zwar in Mecklenburg. Mitte der 90er (1995) kam dann ein gewissen Herr Gerado Russo nach Rostock. Russo war ein Mafiosi der Geld von SCU mitbekommen hatte um an der Ostseeküste Investitionen für Geldwäsche zu tätigen. Ansprechpartner war der Mafiose Cosomi F. in Rostock. Doch anscheind unterschlug Russo das Geld. Am 2. Dezember trafen sich Gerado Russo, Cosomi F. und ein weitere Mafiaboss in dem italienischen Restaurant Rialto in Rostock. In den Räumlichkeiten befand sich später das Momo und jetzt der Stadtpalast. Bei diesem Treffen wurde Gerado Russo ermordet, erschossen. Es wurde eine LKA Gruppe gebildet und einige Verbindungen nach Italien nachgewiesen.
1997 wurde die LKA Gruppe wieder aufgelöst, das Verfahren an die italienischen Behörden abgegeben. Bis heute wird diese Handlung diskutiert. Denn nicht alles lief sauber. Zum Beispiel wurden ein Bericht der Ermittlungen vernichtet. Wurde zu viel entdeckt? Schließlich sucht die Mafia auch immer den Kontakt zu politischen Schaltstellen. Eine Zusammenarbeit der hiesigen LKA Gruppe und der italienischen Beamten, die auch einige Informationen zur Mafia in Deutschland haben, wäre sicherlich effektiv gewesen. In Italien kann die Polizei Telefone abhören, wenn es um organisierte Kriminalität geht. Und das tut sie. Und dabei hat sie anscheinend auch einige Gespräche abgehört bei denen es um Investitionen in Mecklenburg-Vorpommern ging. Heute hat sich die Mafia recht gut ausgebreitet. Sie ist wohl im Besitz mehrere Hotels, Restaurants und anderen Immobilien. Nester sind beliebte Bäder auf Usedom und Rügen wie Binz, Warnemünde aber auch die Städten Wismar und Schwerin. Aber in MV gibt’s nicht nur die Geldwäsche und Prostitution der SCU.
Rostock ist der größte Umschlagsplatz für Kokain in Deutschland und einer der größten in Europa. Eigentlich viel zu tun für die Ermittler vom LKA oder BKA, sonst wird MV zum Sizilien nördlich der Alpen in dieser hinsicht.
Quellen:
Roth, Jürgen – Mafialand Deutschland
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