Reisebericht Norwegen Skanevik

Teilnehmer
    Stefan - Tischtenniskamerad
    Matthias alias Matze - ebenfalls Tischtenniskamerad
    Achim - Matzes Vater
    Gudrun - Stefans Mutti
    Wolfgang - Stefans Vater
    Ivon - Stefans Freundin
Sonnabend
Am frühen morgen 2:50 wartete die PKW-Eskorte (Matze und Achim) auf mein Erscheinen und somit auf die große Reise nach Norwegen. An einer Raststätte trafen dann auch die restlichen Teilnehmer ein. Eine Autosynchronisation wurde gemutmaßt. Doch damit die Reise nicht eintönig auf den Autobahnen wurde, besuchten wir ein paar nette Dörfer in der Lübecker Gegend. An dieser Stelle einen schönen Dank an das Navigationsgerät. Im Nordern Dänemarks angekommen ging es auf einem großen Katamaran Richtung Norwegen. Der Wellengang war ganz ordentlich, so dass einige von uns grüne Gesichter bekamen. Die Reise durch Norwegen bis zum Ferienort hielt dank Tempolimit 80 km/h um die 6h an. Die wunderschöne Landschaft mit den großen Bergen, den Wasserfällen und den Fjorden macht diesen Umstand jedoch mehr als wett. Abends 21:30 war es dann soweit, die Besichtigung unserer einwöchigen Unterkunft war neben der Umgebung ein weiteres Highlight des Tages. Zur Feier des Tages wird sich ein Bier gegönnt, ein schnelles Abendbrot genehmigt und ein wenig Karten gekloppt.
Sonntag
Die erste Nacht bescherte mir wenig Schlaf, kein Wunder bei den quietschenden Betten und den schnarchenden Mitbewohnern :D Ein gutes Frühstück verhalf zur geistiger und körperlicher Stärkung, die Matze, Achim und ich gleich zur Erkundung des Dorfes nutzten. Der Wanderausflug bei gelegentlichen Regenschauern führte uns ins Zentrum von Skanevik und zu einer kleinen inoffiziellen Ditschweltmeisterschaft zwischen Matze und mir. Viele perfekte Steine und flaches Gewässer machen Skanevik zu einem guten Austragungsort. Desweiteren gab es eine durch eine Brücke begehbare Insel mit öffentlichem Grillplatz, tote Krabben und Muscheln zu sehen. Die erste Bootstour stand an. Mit jeweils einer Angel bewaffnet bestritten Achim (der wohl erfahrenste Angler unter uns), Stefan (gemutmaßter Heringskönig), Ivon (die Fischwissenschaftlerin) und meine Wenigkeit (das verkannte Anglertalent) die erste Tour. Der erste Biss folgte schnell, Achim zog ein, alle waren gespannt. Das Resultat war ein auf Stefan wasserspeiender Minikalmar, der bestimmt nicht angebissen hat sondern sich am Haken verirrt hat. Der zweite Fisch war ein unidentifiziertes Objekt, wie ein bunter Barsch aber kein Buntbarsch (von der Art). Ich fühlte mich für einen Augenblick in die Tropen versetzt, doch die frische Brise zog mich wieder nach Norwegen zurück. Endlich ein dorschartiger Fisch, ein Köhler stattlicher Größe biss auf ein roten Pilker. Wenn das kein Zeichen war. Die Stunden vergangen bei der fokussierten Anglerkonzentration im Fluge. Achim hat Bekanntschaft mit dem sagenumwobenen Kampftaucher (auch böser Fisch genannt) gemacht, mit seinem Geschirr konnte er den Kampf einfach nicht gewinnen. Nachdem wir die Gegend mit unserer Nussschale (5PS Motor) ausgekundschaftet haben und nicht von der örtlichen Fähre zermalmt wurden kehrten wir mit einer relativ großen Menge an Artenvielfalt zurück (darunter auch ein Minirotbarsch mit Riesenglupschaugen und einem platten Fisch). Die zweite Tour mit anderer Besetzung profitierte von den ersten Erkenntnissen und brachte größere Köhler heim.
Montag
Gerüchten zufolge wagten sich die Frühjäger Wolfgang, Achim und Matze morgens um 4 Uhr auf den Teich und erzielten einen netten Fang, unter anderem auch einen Leng. Beim gemeinsamen Frühstück wurden die bisherigen Touren gründlich ausgewertet. An dieser Stelle möchte ich einen Dank an Gudrun aussprechen. Nicht dabei waren natürlich die Langschläfer Stefan und Ivon, die hatten besseres zu tun ;) Bei gutem Wetter begann die nächste Fischertour, Stefan erntete nach einem erbitterten Kampf einen 75cm Dorsch aus den Untiefen. Ich glaubte den Kampftaucher an der Rute zu spüren, doch ließ er mir nicht genügend Zeit um es herauszufinden. Für das kulinarische Wohl sorgte Matze mit seinen überdurchschnittlichen Fähigkeiten zur Gaumenfreude. Stefan, Ivon und ich probierten dann erstmals den norwegischen Dorsch; lecker. Auch dieser schöne Tag endete mit Bierchen und Skat so wie es sich gehört.
Dienstag
Angesteckt von dem Erfolg der Vorgänger und dem Erleben des Unbekannten ließ ich mich auf das Abenteuer "Extrem Frühangeln" ein und schloss mich den üblichen Frühjägern an. Das Ergebnis war insgesamt enttäuschend aber individuell ein Erfolg (Diesmal siegt Jugend gegen Erfahrung). Die hitzige Auswertung in Kombination mit Frühstück für die Hochseefischer war abzusehen. Wir beschlossen unsere Euronen gegen Kronen umzutauschen und zahlten für unsere Unwissenheit oben drauf. Die Umtauschgebühr betrug 100 Kronen (ca. 13€), egal um welchen Betrag es sich handelt. Jeder weiß das Norwegen teuer ist aber so teuer ? Auch beim Supermarkt Spar staunten wir nicht schlecht z.B. über die Bierpreise (0,5L ca. 2€). Der Nachmittagsausflug brachte uns 9 Fische ein, vorwiegend Köhler und Pollack (die Standardfische in unserer Bucht), nur Matze seine Blase verhinderte weitere Erfolge ;) Voller Erschöpfung vom feucht-fröhlichen Wellenreiten gen Heimathafen schlenderten wir wieder in die Stadt um uns die Preise zu vergegenwärtigen oder auch um Souvenirs zu kaufen.
Mittwoch
Nachdem die Frühschicht wieder nicht auf saftige Fische verweisen konnte (Achim sein Rotbarsch gehört definitiv nicht zu dieser Kategorie) machte sich ein wenig depressive Stimmung bei Achim und Wolfgang breit was das Angeln in der Früh bzw. die Angelstellen angeht. Eine Verschwörungstheorie, in der die jungen wilden die guten Anglerstellen verheimlichten, wuchs heran. Mittlerweile schlief ich recht gut dank einer zusätzlichen Polsterung als Matratze. Der Einkauf den Benzingemischs für unsere Nussschale erwies sich als äußerst kompliziert, da zum einen die Kommunikation zwischen der Verkäuferin und uns nicht kompatibel waren und uns die Ahnungslosigkeit bezüglich des Gemischverhältnisses befiel. Im Nachhinein wurden alle Klarheiten beseitigt. An dieser Stelle sei gesagt, das der Haushalt prima klappte, alle packten mit an und halfen sich gegenseitig ohne großen Stress zu verursachen. Tolles Team. Dank Achims Kartoffelpufferkünsten könnte ich nach 9 Portionen nur noch Müde in die Koje springen. Die Nachmittagsschicht war mit einer neuen Gebietserkundung erfolgreich, indem sie ein paar Kilo Fisch aus dem Teich holten (Pollacks stehen auf unsere Pilker). Täglich musste das Fischsäuberungsteam und das Fischfiletierungsteam (meist Stefan, Ivon und Achim) an die Arbeit gehen und die Kühltruhe füllte sich nach und nach. Neben unseren füllten wir auch Möwen- und Schwänemägen, letztere jedoch mit Fischabfall und Brot. Das wechselhafte Wetter vermied einen Nachtausflug somit müssen Bier und Skat herhalten :D
Donnerstag
Die Einladung zur Frühschicht beim WC-Besuch musste ich aufgrund stressbedingter Faktoren leider absagen. Juhu endlich ausschlafen, welch eine Wohltat und doch wieder gegen das Langschläferpaar verloren. Die machen es richtig, das Motto: Chillen. Auf der Suche nach Nahrung zog es uns zum Spar, der jedoch noch nicht geöffnet hat. Spontan besuchten wir wieder das Ditschparadies und drehten ein paar Videos. Zurück zum Spar traf uns die Erkenntnis wie ein Schlag: Christi Himmelfahrt (Herrentag). Auf gehts nach Odda, ein Ausflug zum Gletscher stand an. Auf dem Weg dorthin hielten wir an einem riesigen Wasserfall, ein Naturschauspiel das seinesgleichen sucht. Dem Souvenirgeschäft ein paar Straßen weiter verdanken meine Eltern ihren norwegischen Teelichthalter (ein süßer Trollwikinger). Am Gletscherfuß angekommen machten wir uns auf den Aufstieg, ein wahres Naturerlebnis. Irgendwann kamen wir nicht weiter, da uns das passende Schuhwerk fehlte und die Vernunft uns im Weg stand. Beim Abstieg suchte Matze verzweifelt ein 4-blättriges Kleeblatt, doch das Glück war ihm nicht hold. Nach dem Abendbrot fuhr das Dreamteam (Stefan, Ivon, Matze, ich) zum Nachtangeln raus und stieß an seine Grenzen was den Erfolg angeht. Die See war vollends ruhig und damit fielen alle Erfolgsfaktoren wie Strömung und abtreibendes Boot aus. Trotzdem war es ein tolles Erlebnis Skanevik bei Nacht zu sehen und fast blind durch den Fjord zu irren.
Freitag
Auch wenn mir das Frühangeln gefallen hat, konnte ich mich einfach nicht entschlossen genug dafür einsetzen denn das widerstrebt meiner Natur so früh aufzustehen. Im Spar kauften Matze und ich fast die gesamten Backbrötchen auf denn die Lauterbachs müssen ja noch eine Woche durchhalten. Leider habe ich mir zu diesem Tag nur 3 Stichpunkte gemacht, so dass ich mich nicht mehr erinnere was noch so angefallen ist außer eine Sache noch: Die Nulltour. Ein Wahnsinns Wetter, eine Nussschale, das Dreamteam und Anglerbegeisterung resultierten in 7h Dauerangeln, Sonnen und Natur genießen. Das war alles so perfekt wenn da nicht noch diese eine Sache wäre: Das Kollektiv hat 15 Fische gefangen, ich arbeite für das Kollektiv und habe zu dieser Summe nichts beigetragen. Unglaublich immer wenn wer Biss hatte waren es meine werten Kollegen und ich gönne und freue mich auch für sie aber ES HÄTTE DOCH WENIGSTENS EIN FISCH IN DEN 7 STUNDEN BEI MIR ANBEIßEN KÖNNEN ODER ? Shit happens!
Sonnabend
Die leidige Abreise war sehr früh, damit wir die Fähre in Kristjandsen Richtung Dänemark nicht verpassten. Im Halbschlaf verlief die Fahrt problemlos, wir benutzen ja auch kein Navi ;) Da wir in Kristjandsen genug Zeit hatten bis die Fähre schwamm, erkundeten wir die Innenstadt bei schönstem Sonnenschein. Neben einigen Schönheiten gab es aber auch seltsame Wesen zu sehen mit denen man in der Heimat nicht vertraut ist. Davon abgesehen weiß ich nicht mehr viel von der Heimfahrt, da die dänischen Autobahnen genauso langweilig sind wie unsere. Es wird Zeit für Entertainment im Auto. Zuhause angekommen wird der Fisch ins Eisfach gelegt und der Urlaub Revue passiert. In diesem Sinne einen schönen Tag.

Fischstatistik
Köhler 31
Pollack 21
Rotbarsch 4
Leng 3
Wittling 2
Kalmar 1
Buntbarsch 1
Dorsch 1
Knurrhahn 1
   

 

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